Diamant

Gelbe Diamanten

Gelber DiamantGelb ist die zweithäufigste Farbe bei Diamanten. Ende des 19. Jahrhunderts fand man in der Cape Provinz von Südafrika unerwartet viele gelbe Diamanten. Daher erhielten die gelblichen und gelben Diamanten den Namen "Cape" (siehe auch Color). Heute werden gelbe Diamanten in den verschiedensten Minen gefunden, Manche Minen produzieren mehr gelbe Diamanten, manche weniger. Somit steht die Bezeichnung "Cape" nicht mehr für die geografische Herkunft der Steine, sondern vielmehr für den Defekt, der für die Farbgebung verantwortlich ist.

Gelbe Farbe wird durch Absorptionen verursacht, die Gemmologen - verständlicherweise - "Cape Linien" nennen. Wissenschaftler nennen sie N3 und N2-Linien. Diese Linien kommen von den bekannten N3 Farbcentern, die durch drei Stickstoff-Atome gebildet werden. Die meisten Gelbfärbungen sind mit Stickstoff in Verbindung zu bringen. Wie bereits erwähnt verursacht isolierter Stickstoff eine starke Absorption von violettem und blauem Licht, woraus gelb resultiert. Auch bei einer nur geringen Konzentration einer solchen Verunreinigung ist die farbgebende Kraft eines solchen Defektes stark und die daraus resultierende Coloration sehr farbsättigend. Diamanten mit einer sehr starken intensiven Gelbfärbung werden auch "Canaries" oder "Canary Yellow" genannt. Der Name wurde von dem kanariengelben Singvogel abgeleitet. Wissenschaftler bezeichnen diese Steine jedoch als Diamanten vom Typ Ib. Diamanten, die von gemmologischen Instituten mit "intense" oder "vivid", also "intensiv" oder "lebhaft", bezeichnet werden, sind sehr exklusiv und liegen dementsprechend hoch im Preis. Solch außergewöhnlichen Steine sind auch die seltensten aller gelben Diamanten.

Mehr verbreitet sind die sogenannten Cape Diamanten. Sie enthalten wesentlich mehr Stickstoff als Diamanten vom Typ Ib, gewöhnlich 10 bis 100 mal soviel. Die Farbe dieser Steine ist jedoch bei gleicher Größe eher gedämpft, etwas weicher und gold-gelb. Sie können den Farbgrad "intense" erreichen, jedoch nur bei entsprechender Größe.

Auch andere Defekte können in Diamanten gelbe Farbe hervorrufen. In manchen Fällen kann z.B. braun-gelbe Farbe durch auf Wasserstoff basierenden Defekten hervorgerufen werden. Ein Beispiel hierfür ist der berühmte "Golden Jubilee". Auch wenn solche Diamanten nicht so ungewöhnlich sind, so sind sie lange nicht so zahlreich wie die Cape-Diamanten. Es sind auch gelbe Diamanten bekannt, die keine Verunreinigungen von Stickstoff oder Wasserstoff enthalten - Diamanten, die einzigartig sind.

Künstlich farbbehandelte gelbe Diamanten erhalten ihre Farbe niemals nur durch Cape Linien oder durch isolierten Stickstoff. Die gelbe Farbe in einem behandelten Diamanten resultiert aus einer Art Imitation der entsprechenden Naturfarbe. Sie wird durch verschiedene Mechanismen erzielt. Farbbehandelte Steinen beginnen meist als Cape-Steine mit einer blassgelben Färbung. Diese werden bestrahlt und erhitzt. Die daraus resultierenden Defekte werden H3 oder H4 genannt und absorbieren blaues Licht. Diese neu entstandenen Farbcenter verstärken deutlich die ursprünglich schwache Gelbfärbung des Diamanten und machen ihn dadurch eher verkäuflich.


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